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Beginn Inhalt:
Chlausgeissel & Knall
Chlausgeissel
Es gibt zwei verschiedene Ausführungen der Geisseln. Die
Lenzburger oder Lüthi Geisseln und das
Innerschweizer Modell.
Lenzburger oder Lüthi Geisseln

Mit der Herstellung der gefragten Geisseln wird bereits im Frühjahr begonnen. Zu Beginn werden über 10 Meter lange
Jutefäden gesponnen und mit
Flachs eingefasst. Es entsteht eine
Litze. Anschliessend werden vier Litzen mit Hilfe eines
Leitholzes zu einem
Schenkel gedreht. Wiederum drei Schenkel werden zu einer
fertigen Lenzburger Geissel verarbeitet. Eine solche Geissel ist aus einem Guss gefertigt. Sie wird in gleichmässigem, konischem Verlauf zusammengedreht. Dadurch wird sie biegsamer, was das Chlöpfen vereinfacht. Fortgeschrittene Chlauschlöpfer wählen diese Geisselart, weil sie besser in der Luft liegt und einen schöneren Knall erzeugt.
Innerschweizer Geisseln

Die Fabrikation der Schenkel ist derselbe Vorgang wie bei der Lenzburger Geissel, nur sind sie länger. Nun wird die Geissel durch die Technik des
"Zusammenlegens" fertig gestellt. Dabei wird ein Schenkel in einzelnen Abschnitten zusammengedreht. Durch das Zusammenlegen sieht dieses Modell verknotet aus. Manchmal werden die Innerschweizer Geisseln mit einer Vorgeissel aus Nylonschnüren ergänzt. Dieses Modell eignet sich besonders für Anfänger, da eine Reparatur einfacher ausführbar ist.
Fotos von der Geisselherstellung
Die
Länge der Geisseln variiert im Normalfall
von 1.5 bis 4.5 Meter, je nach Körpergrösse und Können. Es wurde auch eine sechs Meter lange Geissel gebaut, diese ist aber auch für Könner nur schwer zum Chlöpfen zu bringen.
Die Herstellung solcher Geisseln ist 100-prozentige
Handarbeit und benötigt viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Zur Zeit werden die Geisseln von
Robert und Daniel Werren aus Egliswil hergestellt. Ernst Lüthi aus Lenzburg, "Erfinder" der Lenzburger Geissel, führt offiziell nur noch Reparaturen aus. Über 60 Jahre lang war er der unangefochtene Geisselbauer.
Als
Stiele (Stock) werden heute Rundhölzer aus dem Holzhandel verwendet. Vor langer Zeit wurden vorjährige Weihnachtsbäume oder Weisstannen aus dem nahen Wald gebraucht. Diese wurden geschält und auf dem Ofen gedörrt. Andere Quellen legen den Stock vor dem Gebrauch zusätzlich in Gülle (Jauche).
Am dickeren Ende der Geissel befindet sich das
"Wybli". Es wird so mit Schnur am Stock befestigt, dass sich die Geissel ungestört drehen kann. Am anderen Ende des Seils befindet sich das
"Männdli". An ihm wird der
Zwick, der eigentliche
Knallkörper aus Nylonfasern, befestigt.
Damit die Geisseln lange halten, sollten sie an einem
trockenen Ort mit gleichmässiger Temperatur übersommert werden. Am besten eignet sich das
Schlafzimmer. Im Keller oder auf dem Estrich sind die Klimaverhältnisse weniger konstant, dadurch geht die Geissel schneller kaputt.
Geisselknall
Ein Knall entsteht durch eine plötzliche Änderung des Luftdruckes, die sich von einem Punkt des Raumes als Druckwelle ausbreitet und mit Schallgeschwindigkeit unser Ohr erreicht.

Bei der Geissel ist der
Zwick für den Knall verantwortlich. Er muss für einen kurzen Moment eine
Geschwindigkeit erreichen, die
grösser als die Schallgeschwindigkeit in Luft ist. Nur dann ist es möglich, mit der aufgefächert sausenden Kordel die Luft so rasch zu verdrängen, dass ein Loch entsteht. Es bildet sich ein Vakuum (Unterdruck) und darum herum ein Bereich, in dem die Luft stark zusammengedrückt ist (Überdruck). Diese
Störung des Luftdruckes wird bei längeren Geisseln immer grösser, weshalb diese auch immer tiefer und dumpfer klingen.
Der Knall entsteht immer dann, wenn die Geissel sich streckt. Dann wird der leicht bewegliche Zwick, der beim Ziehen umgeknickt hinter der schweren Geisselschnur hergezogen wird, augenblicklich gezwungen sich auszustrecken. Je rascher und kräftiger das Ziehen ist, desto stärker wird der "Chlapf".
Mit einer Chlausgeissel wird eine Lautstärke von über
100 Dezibel erreicht. Wobei die Schmerzgrenze beim Menschen bei etwa 130 Dezibel liegt. Zum Vergleich: Ein Presslufthammer hat permanent 100 Dezibel, ein Verkehrsflugzeug 120 und mehr Dezibel.
Wettbewerb
Wettkämpfe werden in
verschiedenen Gemeinden ausgetragen. Jeder Vortrag dauert 30 Sekunden und wird anhand eines regionalen Reglements bewertet. Die besten drei Knaben und das beste Mädchen, pro Kategorie und Ort, dürfen am regionalen Chlöpf-Wettbewerb teilnehmen.
Bewertungskriterien:
- allgemeines Auftreten
- Eintreten und Verlassen des Kreises
- übertreten des Kreises
- Standfestigkeit / Bewegung der Füsse und des Oberkörpers
- Lautstärke, Regelmässigkeit
- Zwick darf Boden nicht berühren.
Ende Inhalt.
Quelle: http://www.chlauschloepfe.ch/geissel.html